Verkehrssanierung Baden

Der Verkehr muss rollen

Die in den 1960er Jahren verwirklichte Badener Verkehrssanierung, damals eines der grössten derartigen Bauvorhaben der Schweiz, befreite die Altstadt vom Durchgangsverkehr. Sie führte den Wechsel von im Grunde noch mittelalterlichen zu ‘modernen‘ Verkehrsverhältnissen herbei. Die Bildung einer städtischen Agglomeration und die damit verbundene Verkehrszunahme hängen eng mit dem Wachstum der lokalen Industrie zusammen. Insofern ist die Verkehrssanierung ein Element der Industriekultur. Ihr Kerngedanke ist die Verlegung der Bahnlinie in den Kreuzlibergtunnel und die Benützung des Bahntrasses für eine mehrspurige Durchgangsstrasse.

Schlossbergplatz

Der Schlossbergplatz in den fünfziger Jahren nah Arbeitsschluss bei Brown Boveri.

Badener Verkehrssanierung

Elemente der Badener Verkehrssanierung (Aufnahme 1965):

1 Kreuzlibergtunnel (Bahn)
2 Schlossbergtunnel (Strasse)
3 Schulhausplatz als Verkehrsknoten
4 Strasse auf dem ehemaligen Bahntrasse
5 Neue Häuserzeile am Cordulaplatz
6 Neubau in der Vorstadt
7 Neue Strassenführung im Raum Gstühl und Bruggerstrasse

Schlossbergtunnel Bahn

Der 1847 – 1961 von der Bahn benützte, nachher für den Autoverkehr erweiterte Schlossbergtunnel, Aufnahme von 1905.

Meilensteine

1845 Weite Gasse dem Durchgangsverkehr geöffnet (vorher Mittlere Gasse), Erweiterung des Bruggertors (Stadtturm)
1929 Erster Wettbewerb zur Bewältigung des Durchgangsverkehrs, doch gegen die Schaffung eines zweiten Tordurchgangs beim Stadtturm erhebt sich Widerstand
1942 – 1948
Fussgängerpassagen seitlich des Stadtturms
1950 Täglich befahren 230 Züge die Linie Baden – Zürich. Die Barrieren an Mellinger- und Bruggerstrasse sind zusammengerechnet fünf Stunden pro Tag geschlossen
1955 Unter vielen, teils utopischen Varianten setzt sich die Idee der ‘kleinen Bahnverlegung‘ durch
1957 – 1961 Bau des 1 km langen Kreuzlibergtunnels für die Bahn
1962 – 1967 Bau des Schulhausplatzes, des Strassentunnels durch den Schlossberg und der Ausfallstrasse nach Neuenhof au dem bisherigen Bahntrasse